Du bist ein Segen!

Den Segen von Krankenhausseelsorgerin Andrea Käsbauer für Brüderchen Paul wollten sich seine beiden großen Schwestern Lotta (l.) und Emma (r.) nicht entgehen lassen.
Den Segen von Krankenhausseelsorgerin Andrea Käsbauer für Brüderchen Paul wollten sich seine beiden großen Schwestern Lotta (l.) und Emma (r.) nicht entgehen lassen.
Du bist ein Segen!
Unabhängig von Konfession und Religion segnen Pater Thomas Väth und Gemeindereferentin Andrea Käsbauer am Krankenhaus St. Barbara auf Wunsch die Neugeborenen

 

„Viel Glück und viel Segen, auf all deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei auch mit dabei.“ So ertönt es im alten Kinder- und Geburtstagslied und so, oder so ähnlich, klingt es auch, wenn die Seelsorger des Krankenhauses St. Barbara dreimal in der Woche auf die Station der Neugeborenen zu Besuch kommen, um ihnen und ihren Familien Gottes Segen mit auf den gemeinsamen Lebensweg zu geben.

 

„Jedes Kind ist dabei anders, und auch die Reaktionen der Eltern sind ganz unterschiedlich. Oft sind auch die Geschwisterkinder und andere Verwandte mit dabei und geben diesem kurzen Moment des Segnens ihren ganz persönlichen Charakter“, berichtet die Gemeindereferentin Andrea Käsbauer. Nicht selten erlebe sie es, dass Eltern und manchmal auch Verwandte sehr ergriffen, manche sogar zu Tränen gerührt sind. Ihre Emotionen lassen etwas von der Zuwendung Gottes zu ihrem Kind erahnen, bestätigt auch Pater Thomas Väth. Eine nicht alltägliche Zuwendung, bei der den Angehörigen bewusst wird, wie verletzlich dieses junge Leben und wie groß die Verantwortung ist, der sie sich stellen. Nicht selten würden sie damit auch ihre Dankbarkeit gegenüber der überstandenen Geburt und die Freude über dieses neue und kostbare Leben ausdrücken.

 

Die Bedeutung des Wortes „Segen“, erklärt Andrea Käsbauer, ist für viele Menschen heute nicht mehr präsent. In der Umgangssprache würden noch einzelne Fragmente wie etwa den Wunsch einer „gesegneten Mahlzeit“ oder wenn etwas nicht „abgesegnet“ wird oder gar der „Haussegen schief hängt“ verwendet. Segen bedeute jedoch, Gottes Güte, Gottes Zuwendung und Gottes Frieden zu spüren. Mit einem kurzen Segensgebet, einem Kreuzzeichen auf die Stirn oder der liebevollen Geste einer Handauflegung möchte der Segensspender - und so auch die Krankenhausseelsorger bei den Kindersegnungen - den Neugeborenen und ihren Familien spürbar werden lassen, dass Gott sie in allen Lebenslagen begleitet und sie auf seine Liebe und seinen Schutz vertrauen dürfen.

 

Jeder kann zum Segen werden

 

Pater Thomas Väth betont, dass die Kindersegnung am Krankenhaus St. Barbara ein Angebot ist, an dem die Eltern aller Neugeborenen teilnehmen können, egal welche Konfession, und falls gewünscht, auch egal welche Religion sie haben oder wie fest ihr Glaube ist. Denn es scheine in der Natur des Menschen zu liegen, Sehnsucht danach zu haben, Segen zu empfangen und gesegnet zu werden: „Darin spiegeln sich unsere innigsten Grundbedürfnisse wieder, angenommen zu sein, so wie man ist, geliebt zu werden und in schwierigen Zeiten nicht allein zu sein.“

 

Und diese Sehnsucht brauche jemanden, der sie stillt, darin sind sich die beiden Krankenhausseelsorger einig. Dies könne grundsätzlich jeder sein. Weil Gott die Menschen als Mann und Frau nach seinem Ebenbild geschaffen hat, könne jeder Gottes Segen erbitten, Segens-Zusprecher sein und somit für einen anderen Menschen zum Segen werden.

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