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Mit Kind unterwegs - Wickeln und Stillen in Regensburg

Nackte Brüste sieht man überall - aber auch heute ernten Mütter, die in der Öffentlichkeit Stillen, immer noch schiefe Blicke. Oder sie werden sogar aufgefordert das Lokal, oder wie in Hamburg passiert, den Bus zu verlassen, da sich eine ältere Dame dadurch belästigt gefühlt hatte und sich beim Busfahrer beschwerte. Unglaublich auch der Rausschmiss einer stillenden Mutter durch eine Museumsaufsicht mit dem Satz: "Im Museum ist Essen verboten!"
Nachdem es in Deutschland noch keine gesetzlichen Regelungen zum Thema Stillen gibt ist es aber leider immer noch im Rahmen des Hausrechts möglich, dass CafebesitzerInnen oder Museumsaufsichten so verfahren. So eine Regelung wäre aber wünschenswert, weil es Menschen die Grundlage für Ihre Beschwerde entziehen würde.

 

Doch schon aktives sich wehren kann helfen, wie ein Regensburger Beispiel zeigt, das sich (unseren Wissens) nicht mehr wiederholte:  Eine stillende Mutter war aufgefordert worden das Stillen zu beenden oder sofort das Café zu verlassen, weil sich Eltern, die mit ihren Kindern ins Café kamen, über stillende Mütter beschwert hatten oder Lehrer einer nahe gelegenen Schule äußerten, es wäre Ihren Schülern nicht zumutbar ständig stillende Frauen sehen zu müssen. Die Unternehmerin  fürchtete darum um Ihren Umsatz und forderte  die junge Frau, die mit ihren Freundinnen das Café besuchte, zum Gehen auf.

 

Wann ein Baby Hunger hat, kann nie genau gesagt werden. Also auch, wenn man nicht gemütlich zu Hause sitzt sondern in der Stadt unterwegs ist, können nicht nur Hungergefühle aufkommen sondern  auch Unbehagen, weil die Nahrung ihren natürlichen Weg genommen hat und ein Windelwechsel ansteht. Nicht jeder Besucher eines Restaurants findet es ok, wenn dazu der Esstisch freigeräumt wird.

 

In Regensburg ist zum Glück zu beiden „Problemen“ eine überwiegend positive Einstellung zu finden:  Eine große Zahl von  Einkaufsmöglichkeiten, Freizeiteinrichtungen, Gaststätten, Tankstellen, öffentlichen und sozialen Einrichtungen bieten spezielle Wickelmöglichkeiten und störungsfreie Stillgelegenheiten in geschütztem Rahmen an und tragen so  zur frauen-, kinder-, und familienfreundlichen Stadt Regensburg bei. Sie diskriminieren Frauen auch nicht dadurch,  dass sie zum Stillen in die Wickelräume verwiesen werden, die zu einer großen Zahl noch in den WCs zu finden sind.

 

Um Vätern von Säuglingen bzw. Kleinkindern das Wickeln etwas angenehmer zu machen wurde eine neue Sparte in den Flyer aufgenommen. Dem Wunsch von Vätern nach einem „neutralen“ Ort für die Wickelmöglichkeit wird in vielen Einrichtungen entsprochen. Die Überarbeitung des Flyers erfasst nun auch wo der Nachwuchs außerhalb des Toilettenbereichs für Damen gewickelt werden kann.

 

Der handliche Flyer   „Mit Kind unterwegs – Wickel- und Stillmöglichkeiten in Regensburg“  ist ab sofort in allen Bürgerbüros und im Büro für Chancengleichheit der Stadt Regensburg zu erhalten.

 

Die aktualisierten Printversion ist  unter www.regensburg.de/wickeln-stillen hinterlegt, so dass online jederzeit über Smartphone, Tablet etc . die nächstgelegene Wickel- und Stillmöglichkeit aufgerufen werden kann.

 

Der Flyer ist – ebenso wie eine ständig aktualisierte Karte - unter www.regensburg.de/wickeln-stillen hinterlegt. Nächstgelegene Wickel- und Stillmöglichkeiten können so auch online über Smartphone oder Tablet im Stadtplan lokalisiert werden kann.

 

 

 

Hintergrund

 

Eine 2017 vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Auftrag gegebene Studie zeigt, wie gegenwartsnah das Thema nach wie vor ist: Zwar lehnen nur Sechs Prozent der Bevölkerung es komplett ab, wenn eine Frau ihr Baby in der Öffentlichkeit stillt. Jedoch ein Viertel der Befragten steht dem Stillen im öffentlichen Raum zwiespältig oder ablehnend gegenüber. Insbesondere in Restaurants und Cafés bestehe eine Diskrepanz zwischen der Akzeptanz des Stillens und dem Stillverhalten der Mütter.

 

 

 

 

 

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