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Zum ersten Mal in einem Kunstmuseum

Der Ausflug fand im Rahmen des Unterrichtsfachs „Werteerziehung“ statt. Für viele war es der erste Besuch in einem Kunstmuseum. Museumspädagogin Claudia Lermer begleitete die jungen Gäste durch die Schausammlung und die Ausstellung zu Ludwig Richter. Am Ende wurden die Schülerinnen und Schüler selbst künstlerisch aktiv.
Bereits auf dem Weg in die Ausstellungsräume bekamen die Schülerinnen und Schüler große Augen. Katharina Sieverdings siebenteilige Fotografie „Kontinentalkern XXXV“ brachte sie zum Staunen. Bei Bernard Schultzes „Wenn Geschehen wuchert“ und Daniel Spoerris „Das Palindromische Bankett“ durften die Kinder raten, welche Materialien die Künstler verwendet hatten. Die Klasse brachte Ideen hervor, die Museumspädagogin Claudia Lermer als Ausgangspunkt für eine gemeinsame Diskussion nahm.
Auch einige Räume weiter kam der Impuls, über Lovis Corinths „Am Strand von Forte dei
Marmi“ zu sprechen, von den Schülerinnen und Schülern selbst. Danach begaben sie sich mit einem Foto in der Hand auf die Suche nach Waldemar Röslers „Bucht mit Badenden“. Bei Conrad Felixmüllers „Ich male meinen Sohn Luca“ blieben die Schülerinnen und Schüler sofort stehen und fragten sich, warum die Farben hier nicht „wie in echt aussehen“. Im gemeinsamen Gespräch mit der Museumspädagogin Claudia Lermer stellte sich heraus, dass der Künstler nicht das Ziel hatte, realistisch zu malen, sondern Lucas Gesicht leuchten zu lassen. Das letzte Gemälde auf dem Programm, Ludwig Richters „Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal“, diente als Inspiration dazu, sich selbst ans Werk zu machen. Die Schülerinnen und Schülern zeichneten die verschiedenen Ebenen eines Gemäldes und
fügten sie anschließend als Kulisse zusammen. Die Schülerinnen und Schüler aus der Übergangsklasse 5/6 stammen unter anderem aus Bulgarien, Syrien und dem Kosovo. Der Ausflug fand im Rahmen des neu im Lehrplan aufgenommenen Fachs „Werteerziehung“ statt. Das Unterrichtsfach behandelt Themen wie Freundschaft, Respekt und Toleranz. Außerdem sprechen die Schülerinnen und Schüler hier zum Beispiel darüber, was sie als persönliches Glück empfinden und wie
manche Werte kulturspezifisch sein können. „Ich sehe die Beschäftigung mit Kunst als Möglichkeit an, den eigenen Horizont zu erweitern. Viele Schülerinnen und Schüler
kennen Museen, doch für fast alle war das der erste Besuch in einem Kunstmuseum“, erklärt der angehende Lehrer Michael Werkmann. Über drei Monate hinweg hat er im
Bereich Museumspädagogik am Kunstforum Ostdeutsche Galerie hospitiert und initiiertedie Führung. Die Kosten für Eintritt und Führung wurden vom KOG übernommen.

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