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Porträts, die neue Welten eröffnen!

Schülerinnen und Schüler der beiden Deutschklassen 3/4 der Pestalozzi Grundschule in Regensburg besuchten das Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Der Ausflug fand im Rahmen des Projekts KulturWerkRaum statt, das in Zusammenarbeit mit dem Museumspädagogischen Zentrum (MPZ) in München entstanden ist. Das Hauptaugenmerk liegt bei KulturWerkRaum auf der interkulturellen Begegnung. Ziel ist es, ein verbindendes, positives Erlebnis zu schaffen. Die Museumspädagoginnen Isabell Stein und Tamara Hoyer gestalteten eine zweieinhalbstündige interaktive Führung durch die Schausammlung. Am Anfang und am Ende durften die Grundschüler auch selbst künstlerisch tätig werden. Gleich zu Beginn starteten die Museumspädagoginnen mit einem bunten

Gemeinschaftsprojekt. Tamara Hoyer und Isabell Stein ließen die Kinder Schritt für Schritt Gesichter auf Postkarten malen. Augen, Nase, Mund – nach und nach fügten sich die Teile zu Porträts zusammen. Die Postkarten bleiben im KOG und werden beim nächsten KulturWerkRaum-Projekt an die neue Gruppe verteilt. Zu diesem Zweck hinterließen die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Gruß auf der Postkarte. Nach diesem bunten Einstieg ging es in die Schausammlung. Tamara Hoyer zeigte ihnen eine Birne, welche sie auf einem der Gemälde im Raum suchen sollten. Schnell fanden sie Carl Steffecks „Drei Kinder des Künstlers im Garten“. Gewieft stellten sie fest: „Es gab damals noch keine Fotos – und auch keine Handys.“ Danach stand Arthur Degners „Fünf Ostpreußische Maler“ auf dem Programm. Schnell erkannten die Kinder, dass hier ein Maler bei seiner Arbeit abgebildet ist. Was braucht denn eigentlich ein Künstler zum Malen? Zusammen mit Isabell Stein erarbeiten sie die entsprechenden Gegenstände. Sie fanden heraus, wie man die Palette hält und durften in einer „Trockenübung“ auch selbst

den Pinsel schwingen. Bei der Betrachtung von Maxim Kopfs „Bildnis der Bildhauerin Mary Duras“ durften die Schülerinnen und Schüler an einer Tube Ölfarbe schnuppern. „Sehr sehr sehr sehr alt riecht es“, meinte eines der Mädchen nüchtern. Dann bekamen die Kinder Bronze- und Gipsteile in die Hand und schauten sich an, womit ein Bildhauer arbeitet. Als nächstes sollten sie sich auf die Suche nach Inge machen. Als das Gemälde „Inge III mit Zigarette und Rohrstuhl“ gefunden wurde, fiel den Schülerinnen und Schülern sofort auf: Sie hat kein Gesicht. Daraufhin überlegten die Kinder, wie ihre Mimik aussehen könnte. Nach dem Gang durch die Schausammlung gab es eine kurze Verschnaufpause mit Keksen und Getränken bevor die Klassen erneut selbst kreativ werden durften. Als Abschlussprojekt entstand ein Porträt. Die Kinder malten anhand von Folien das Gesicht ihres Gegenübers mit Temperafarbe ab und druckten es anschließend auf Papier. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und fühlten sich wie richtige Künstler. Jedes Kind konnte so ein von einem Mitschüler oder einer Mitschülerin gemaltes Porträt mit nach Hause nehmen. Die Schülerinnen und Schüler aus der Deutschklasse 3/4 stammen aus verschiedenen Ländern und sind im Alter zwischen 9 und 11 Jahren. Da viele von ihnen in Ankerzentren und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, verändert sich die Zusammensetzung der Klassen immer wieder. Ziel der Deutschklasse ist es, die Grundschüler auf ein gemeinsames Level zu bringen, um ihnen den Übergang in Regelklassen zu erleichtern. Der Ausflug fand im Rahmen des interkulturellen Projekts KulturWerkRaums statt. Es schafft „Raum für kreative Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Sprache in der Auseinandersetzung mit Kunstwerken“. Das Projekt vom Museumspädagogischen Zentrum (MPZ) in München initiiert und wird vom Wertebündnis Bayern e.V. finanziert.

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