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Begleitung & Unterstützung für trauernde Eltern

Foto: Maria Burges
Foto: Maria Burges

Die Klinik St. Hedwig zählt mit rund 3.000 Geburten im Jahr zu einer der größten und beliebtesten Geburtskliniken Bayerns. Bekannt ist die Klinik für ihre umfangreiche Erfahrung mit Früh- und Risikogeburten – mit allen Chancen und Grenzen zum Leben. Dazu gehört natürlich auch eine umfassende Trauerbegleitung der Eltern. 

 

Wertvolle Unterstützung in einer schweren Zeit

„Die Eltern, die ihr Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben, erfahren tiefe Trauer“, weiß Sabine Beiser, Geschäftsführerin der Klinik St. Hedwig. Trost und Respekt vor dem verstorbenen Menschen stehen dabei an erster Stelle. „Wir geben den Eltern viel Zeit, sich in Ruhe und Stille von ihrem Kind zu verabschieden.“ In dieser belastenden Ausnahmesituation unterstützt die Klinik die Eltern bei den wichtigsten Schritten und gibt ihnen Hilfestellung in einer schweren Zeit, die viel Kraft kostet. 

 

Patienteninformation für Eltern bündelt Kontakte

Das Angebot stellt die Klinik auch in der „Patienteninformation für Eltern, deren Kind zu früh verstorben ist“ vor. Dazu zählen die Zur-Ruhe-Bettung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu Mutterschutz, Geburtsurkunde, Personenregister, der Kontakt zur Nachsorgehebamme, Treffen zur Trauerbegleitung und die Sternenkinder-Gottesdienste in der Klinikkirche. Die betroffenen Familien können während des Klinikaufenthalts jederzeit seelsorgerische und psychologische Begleitung in Anspruch nehmen. Aufgeführt sind auch mehrere staatlich anerkannte Beratungsstellen in der Stadt und im Landkreis Regensburg zur Unterstützung nach einer Fehl- oder Totgeburt.

 

Seit 2013 auch Bestattung stillgeborener Kinder möglich

Zentrales Thema ist die Bestattung: Kinder, die mit einem Körpergewicht über 500 Gramm tot zur Welt kommen, müssen bestattet werden. Nach einer Gesetzesänderung 2013 können auch Eltern ihre stillgeborenen Kinder, die mit einem Gewicht unter 500 Gramm zur Welt kommen, beurkunden und bestatten lassen. „Vielen Eltern hilft es, ihren Verlust auf diese Weise zu verarbeiten“, betont Sabine Beiser. Ansonsten sorgt der Hospizverein für eine Sammelbestattung mit einem Trauergottesdienst. 

 

Besonderer Hort: Moses-Schalen und Himmelskleidchen

In der Klinik St. Hedwig wird der Abschied von den Kindern besonders behutsam und liebevoll begleitet, durch ein besonderes Angebot: In den Behindertenwerkstätten Reichenbach werden in sorgfältiger Handarbeit sogenannte Moses-Schalen angefertigt. Diese Schale – außen weiß, innen mit Goldlack überzogen – ist dann der Hort der letzten Geborgenheit für die Kinder. Die Eltern haben zusätzlich die Möglichkeit die Kleidung für ihr Kind auszuwählen. Die Klinik St. Hedwig bietet dazu auch eigens genähte Pucksäckchen und Baby-Bekleidung an. 

 

Eigene Rubrik: Kontakt zum Fotografen

Unter der Rubrik „Fotos von Ihrem Baby“ ist auch der Hinweis zum Netzwerk „Dein Sternenkind“ aufgeführt: Ehrenamtliche Fotografen kommen in die Klinik und machen kostenlose Fotos von Eltern und Kind. Auch die Klinik-Fotografin, die Aufnahmen von den Neugeborenen macht, hat schon öfter Sternenkinder fotografiert. „Wie wertvoll diese bleibenden Erinnerungen für die Familien sind, wissen wir aus unserer Erfahrung heraus“, sagt Sabine Beiser. Wer dieses Angebot wahrnehmen möchte, kann jederzeit das Pflegeteam bitten, den Kontakt zu einem Fotografen herzustellen. „In diesem Fall wie auch in allen Fragen stehen wir den Eltern selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite.“

 

 

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