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Kinder entdecken die Schätze des Waldes

Bild: Sylvia Fenzl
Bild: Sylvia Fenzl

Zwischen Lärchen und Buchen Reichtümer fürs Leben entdecken: Der Wald ist ein Schatz für uns!

 

 

 

Seit 10 Jahren bietet das Kinderzentrum St. Martin der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg e.V. (KJF) mit der Unterstützung des Fördervereins Aktion Sonnenschein das Heilpädagogische Waldprojekt für Kinder an. Dieses Jahr ging es für die Heil- und Naturpädagogin Sylvia Fenzl, Physiotherapeutin Anne Liegl und ihre sieben Schützlinge im Alter zwischen vier und sieben Jahren, sowie personeller Begleitung seitens des Walderlebniszentrums Sinzing drei Tage lang in das Wunderland Wald.

 

 

 

Auf was kann ich hier zurückgreifen? Was tut mir gut? Wo kann ich immer wieder hin um Kraft zu schöpfen? Den Wald als Erholungsraum für sich zu nutzen, war für die Kinder eine ganz neue Erfahrung – obwohl die Natur das natürlichste der Welt ist. Hier können die Kinder über alle Sinne ihre Liebe zur Natur entdecken, Zusammenhänge erfahren und verstehbar erleben. Drei Tage hintereinander geht es zusammen unter das grüne Blätterdach. Anfangs wird die neue Umgebung von den Kindern im kleinsten Radius erkundet. Welche Bäume und Pflanzen wachsen hier, welche Geräusche höre ich? Balancieren, klettern, stolpern… ohne Zeitdruck und Einengung die Natur und die eigenen Fähigkeiten zu erkunden tut gut. Die Kinder lernen Stück für Stück den Wald und seine Schätze zu entdecken, ihre persönlichen Ruhezonen zu finden und ihre Sozialkompetenz untereinander zu stärken. „Obwohl wir dieses Jahr bereits zum 10. Mal hier waren, zeigen uns die Kindergruppen jedes Mal aufs Neue wie positiv sich der Wald auf eine gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung der Kinder auswirkt,“ so Sylvia Fenzl.

 

 

 

Struktur mit Fantasie

 

 

 

Selbstverständlich arbeiten Sylvia Fenzl und Anne Liegl an den drei Ausflugstagen mit einem festen Programm: Gemeinsame Fahrt mit dem Reisebus, Begrüßungs- und Abschiedsrituale, Yoga, gemeinsame Mahlzeiten, Malen, Mikroskopieren, Baumfreunden Gesichtern geben, Klettern. Die gleichen Rituale geben den Kindern Sicherheit, und dennoch haben sie genug Zeit die Natur mit ihren Augen und ihrem Tempo zu erfahren.

 

Jedes Jahr waren auch die Hängematten dabei, die jedoch dieses Jahr eine besondere Rolle gespielt haben. „Die Kinder sind zur Ruhe gekommen, haben sich fallen lassen, die Nase in die Luft zu den Baumwipfeln Richtung Himmel gesteckt und haben einfach beim Schaukeln die Seele baumeln lassen, “ freut sich Anne Liegl.  Nach den Ruhepausen kamen wieder aktivere Phasen, wie zum Beispiel das „Felle fühlen“ mit Albert, der im Walderlebniszentrum arbeitet und den Kindern jedes Jahr auf´s neue interessante Sachen zeigt und somit zu der wertvollen  Umweltbildung beiträgt. Gehörte das Fell einem Fuchs oder gar einem Wolf? Fühlen, schnuppern, schauen: Alle sind mit ihren Sinnen konzentriert dabei und vergessen ihre Alltagssorgen. Zum Schluss schnitzt Albert mit den Kindern noch eine Holzpfeife – ein Stück Walderinnerung zum Mitnehmen.

 

 

 

„Schaut mal, da war ich!“

 

 

 

Einen Monat nach den Waldtagen findet ein gemeinsames Treffen mit den Eltern statt. Die Kinder zeigen stolz ihre Lieblingsorte im Wald und erzählen voller Begeisterung, was sie erlebt hatten. „Dieses Jahr werden wohl einige eine Hängematte auf dem Wunschzettel haben“, lacht Sylvia Fenzl. Sie zeigt den Eltern mit Anne Liegl Fotos vom Ausflug und erzählt von den Waldtagen. Zwischendurch hört man immer wieder Kinderstimmen: „Schaut mal, da war ich!“ oder „Das müssen wir auch mal zusammen machen!“. Später essen alle gemeinsam Suppe am Lagerfeuer im Wunderwald und aus der einen oder anderen Jackentasche wird die selbstgeschnitzte Holzpfeife herausgekramt. Eine gut behütete Erinnerung an einen neu gewonnenen Schatz.

 

 

 

Text Olga Arnstein

 

 

 

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